Peru: Amerikanische Menschenrechtskommission fordert Regierung zum Schutz der unkontaktierten Kakataibo auf
23 März 2026
© MinCul PerúDie Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR) fordert den peruanischen Staat auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um das Leben, die Gesundheit und das Territorium der unkontaktiert lebenden Kakataibo zu schützen.
Mit der Resolution 13/2026 vom 1. März hat die IACHR vorsorgliche Schutzmaßnahmen für die isoliert lebenden indigenen Kakataibo angeordnet, nachdem festgestellt wurde, dass ihre Lebenssituation einem „Risiko irreparabler Schäden“ ausgesetzt ist.
Die Entscheidung folgt auf eine gemeinsame Beschwerde der indigenen Organisationen AIDESEP, ORAU sowie FENACOKA. Sie machten auf die Bedrohungen aufmerksam, denen das indigene Schutzgebiet Kakataibo Norte und Sur (in den Regionen Ucayali, Huánuco und Loreto) ausgesetzt ist: Illegaler Holzeinschlag, Landraub, sich überlappende Forstkonzessionen, illegale Landepisten sowie andere Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Nach Auswertung dieser Informationen stellte die Kommission fest, dass diese Bedrohungen nicht nur fortbestehen, sondern in den letzten Jahren sogar zugenommen haben.
Daher hat die IACHR die peruanische Regierung aufgefordert, konkrete und dringliche Maßnahmen zu ergreifen, darunter:
- Der Schutz von Leben, körperlicher Unversehrtheit und Gesundheit der unkontaktiert lebenden Kakataibo.
- Strikte Einhaltung des Prinzips des Nicht-Kontakts zu isoliert lebenden indigenen Völkern.
- Wirksame Maßnahmen zur Ausweisung von Eindringlingen, die illegale Aktivitäten innerhalb des Gebiets ausüben.
- Mechanismen zur Qualitätssicherung der Wasserversorgung den mit dem Schutzgebiet verbundenen Regionen.
In der Resolution wird zudem betont, dass die IACHR die Situation unkontaktierter indigener Völker in der Region seit Jahren beobachtet und welche Folgen ein staatliches Versagen hätte: „Kommt es zum Kontakt, bricht ein gesamtes System von Weltanschauungen, Traditionen und Annahmen unwiderruflich zusammen […] was das Verschwinden einer ganzen menschlichen Kultur bedeuten kann.“
„Es ist eine Auslöschung der unkontaktiert lebenden indigenen Völker“
Herlin Odicio, Kakataibo-Anführer und Präsident von ORAU, reiste im vergangenen Oktober nach London und Berlin, um einen neuen Bericht von Survival vorzustellen. Er stellte während der begleitenden Pressekonferenz fest: „Der Staat selbst ist Teil dieser Unsicherheit im Gebiet. Wir bitten nicht um einen Gefallen – es ist ein angestammtes Recht. Indigene Gesetze werden verletzt und Führungspersonen werden ermordet […] Wenn wir den Amazonas nicht schützen, wird die Welt zugrunde gehen.“
Der Bericht von Survival „Am Limit: Unkontaktierte Völker im Kampf für Selbstbestimmung“ zeigt, gibt es mindestens 196 unkontaktiert lebende indigene Völker, von denen die Hälfte in den nächsten zehn Jahren verschwinden könnte, wenn die Invasion ihrer Territorien und extraktive Aktivitäten nicht gestoppt werden. Die Kakataibo sind einer dieser autarken Gemeinschaften, deren Überleben vom Schutz ihres Gebietes abhängt.



